30.10.2026
TOM beobachtet Vulkanausbrüche, CuBy liefert multispektrale Erdbeobachtungsbilder und CloudCT erprobt neue Verfahren für die Klimaforschung. Neun Satelliten zeigen, was kooperierende Kleinsatellitensysteme leisten können.
Am 7. Juli 2026 starteten neun in Würzburg entwickelte und gefertigte Erdbeobachtungssatelliten ins All. Wenige Monate später liefern die Missionen TOM, CuBy und CloudCT Precursor bereits erste Ergebnisse. Sie demonstrieren das Potenzial vernetzter Satellitensysteme für wissenschaftliche Forschung und praktische Anwendungen.
Die drei TOM-Satelliten beobachteten den Vulkanausbruch am Anak Krakatau in Indonesien. Dabei erfassten sie eine Aschewolke, die bis in rund 15 Kilometer Höhe aufstieg. Die Beobachtung verdeutlicht, wie Satellitenformationen künftig zeitnahe Informationen bei Naturkatastrophen liefern können.

Die TOM-Satelliten überflogen gerade die Vulkaninsel Anak Krakatau während der Eruption und beobachteten aus optimaler Position die aufsteigende Vulkanaschewolke, die 15 km hoch hinausgeschleudert wurde.
Die fünf CuBy-Satelliten haben erste hochaufgelöste multispektrale Aufnahmen der Erdoberfläche geliefert. Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker erklärt dazu:
„Unsere fünf CuBy-Satelliten, echte Hightech-Botschafter aus Bayern, haben erstmals hochaufgelöste Bilder von der Erdoberfläche aus dem All geliefert.“

Hochauflösendes Bild von Dubai, aufgenommen durch die CuBy-Satelliten. Am Flugplatz sind startende und wartende Flugzeuge gut zu erkennen, ebenso wie im Hafen der Schiffsverkehr.
Die Mission soll künftig Daten für Kartographie, Land- und Forstwirtschaft sowie Natur- und Katastrophenschutz in Bayern bereitstellen.
Auch der CloudCT Precursor hat erste wissenschaftlich vielversprechende Daten geliefert. Mit polarisiertem Licht werden Eigenschaften des von Wolken gestreuten Sonnenlichts untersucht. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung einer Satellitenformation, die Wolken künftig mithilfe computertomographischer Verfahren aus mehreren Blickrichtungen erfassen soll.

Wolken vor der Küste Israels bei Haifa. Oben ist die Lichtintensität dargestellt, unten eine Falschfarben-Darstellung der polarisierten Lichtkomponente. Je heller der Bildpunkt, desto höher die Polarisation des Lichts. Damit kann die Wolkenzusammensetzung gut bestimmt werden.
Ziel ist es, die Eigenschaften von Wolken besser zu verstehen und damit eine verbesserte wissenschaftliche Grundlage für Klimavorhersagen zu schaffen.
Die Ergebnisse stehen für mehr als den erfolgreichen Start von neun Satelliten. Sie zeigen die Kompetenzen des ZfT entlang wesentlicher Teile einer Multi-Satellitenmission: von der Entwicklung und Integration über präzise Lageregelung und koordinierten Satellitenbetrieb bis zur Gewinnung wissenschaftlich nutzbarer Daten.
Dabei baut das ZfT auf den Erfahrungen aus der NetSat-Mission auf, bei der bereits vier Kleinsatelliten zur Erforschung autonomer Formationskontrolle eingesetzt wurden.
Auch die Produktion mehrerer Satelliten in kurzer Zeit ist ein wichtiger Bestandteil dieser Entwicklung. In der Forschungsfabrik für Kleinstsatelliten untersucht das ZfT, wie Automatisierung, Robotik und standardisierte Prozesse die Herstellung künftiger Satellitensysteme effizienter gestalten können. Die aktuellen Missionen verbinden damit langjährige Forschung mit ersten Ergebnissen im Orbit und schaffen eine Grundlage für zukünftige vernetzte Satellitensysteme.
Weiterführende Informationen:
Zur vollständigen Pressemitteilung: Pressemitteilung vom 26. Oktober 2026